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Argumente zur Volksinitiative „für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten“
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Blickwinkel „Gerechtigkeit“
Nehmen wir an zwei Burschen verprügeln einander. Paul kommt zufällig hinzu. Weil einer davon sein Kollege ist, leiht er ihm ein Messer. Einen Monat später stehen er und der Täter vor Gericht. Paul ist der Mittäterschaft angeklagt. Das findet er ungerecht. Zwar hält auch er den Täter für schuldig, nicht aber sich selber. Paul versucht sich zu rechtfertigen: „Ich habe ihm nur das Messer geliehen - und Messer leihen war noch nie strafbar. Dass der Täter dann das Messer benutzte, um den anderen zu töten, war doch ganz allein sein Entscheid.“
Der Richter sieht das anders und verurteilt Paul zu einer angemessenen Gefängnisstrafe. Kaum jemand wird seine Verurteilung als ungerecht empfinden.
Warum ist das beim Handel mit Kriegsmaterial anders ?
Wieso können Waffenproduzenten unwidersprochen behaupten, sie seien nicht verantwortlich für das, was die Käufer mit den Waffen machen ?
Ist doch bei den Waffen der Missbrauch noch deutlicher als beim Messer von Paul - Waffen sind keine Alltagswerkzeuge, sie werden ausschließlich für primitives, menschenunwürdiges und die Gewalt steigerndes Drohen oder Töten hergestellt.
Warum lassen wir es zu, dass Waffenhändler Material an kriegführende Nationen liefern ? Das geschah nicht nur früher sondern auch heute. Beispielsweise möchte ich an die umfangreichen schweizerischen Kriegsmaterial-Lieferungen an die USA, England und Deutschland erinnern. Diese Staaten sind alle am Irak- oder Afghanistan-Krieg beteiligt.
Gibt es einen einzigen vernünftigen Grund, weshalb der Waffenhandel weniger kriminell sein soll als das Verhalten von Paul ?
Blickwinkel „Weltsicht“
Ich bin überzeugt, dass wir in diese Welt gekommen sind, um mit den Lebensumständen - auch den widrigen - sinnvoll umzugehen. Nur so können wir bereichernde Erfahrungen machen. Der primitive Lösungsversuch, die im Leben auftretenden Probleme mit Gewalt aus der Welt zu schaffen, ist zum Scheitern verurteilt. Wer so handelt, dem werden ähnliche Umstände immer wieder „in die Quere kommen“. Sie tauchen so lange auf, bis die Menschen lernen, mit ihnen in akzeptierender und kooperativer Form umzugehen. Sich bekriegen, ist das genaue Gegenteil. Kriege verursachen riesiges Leid. Und sie blockieren uns in der Weiterentwicklung hin zu einer Lebensform, die weniger Leiden bewirkt oder ganz davon befreit ist.
Es ist wichtig, den Waffenproduzenten, den Waffenhändlern und allen Befürwortern der Kriegstreiberei klar zu machen, dass ihr Verhalten sehr viel Schaden anrichtet.
Weil außer Zweifel steht, dass diese Einsicht und der notwendige Umdenkprozess viel Zeit beanspruchen wird, ist es wichtig, das Morden schon heute zu stoppen. Wir können Wesentliches dazu beitragen, indem wir mit dieser Initiative dafür sorgen, dass die Herstellung und der Handel mit Waffen in unserem Verantwortungsbereich unterbunden werden.
Wir ermuntern alle, für die Akzeptanz der Initiative zu werben.
Remy Holenstein – 1. Februar 2007
Nützliche Abstimmung obwohl das Nein kein Problem löst
Die inzwischen erfolgte Ablehnung der Initiative brachte eine ganz wesentliche Verbesserung für jene Menschen, welche für ein Verbot der Waffenausfuhr stimmten. Sie haben ihre Verantwortung wahrgenommen und damit diese Verantwortung an die Nein-Stimmer weitergegeben.
Diese Gewissensentlastung ist sehr nützlich, auch wenn die Unterstützung von Kriegen mittels Waffenlieferung nicht gebremst werden konnte.
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