Ökologisch konsequent, sozial engagiert, global solidarisch
Willkommen bei den Grünen Kanton St. Gallen
Glückwunsch zur Gründung des Vereins "energietal toggenburg"
Vor einigen Monaten haben wir uns auf unseren Webseiten erfreut über die Aktivitäten der Leute von „energietal toggenburg“ geäußert. Am 14. Januar 2009 ist daraus ein Verein gegründet worden.
Wir Grüne vom Toggenburg finden die Bestrebungen, das Toggenburg unabhängig von importierter Energie zu machen, als sehr wertvoll. Wir möchten die Aktivitäten soweit es unsere Kräfte zulassen, mitunterstützen. Beispielsweise kann das als Mitglieds-Organisation geschehen, sofern wir uns den Jahresbeitrag leisten können. Oder wir arbeiten mit Rat und Tat aktiv mit.
Die Idee, sich unabhängig von ausländischer Energie zu machen, ist nicht nur ökologisch wichtig, sondern in sozialer Hinsicht, weil damit das Verständnis für Zusammenarbeit und Gemeinschaftlichkeit gestärkt wird.
In wirtschaftlicher Hinsicht kann das Toggenburg als Pioneer-Region sich jene „Nasenläge“ Vorsprung verschaffen, die es braucht, um neue Technologien zu entwickeln und sie auf dem Markt erfolgreich abzusetzen. So kann die regionale Wirtschaft gestärkt werden. Arbeitsplätze bleiben hier und damit auch viel Kaufkraft.
Dass das, was „energietal toggenburg“ will, nicht bloß eine hochfliegende Spekulation ist, zeigen drei Beispiele aus Deutschland.
Sie wurden vom bekannten Fernseh-Journalisten und Autor Franz Alt zusammengetragen (www.sonnenseite@kjm2.de). Aus diesen Webseiten haben wir den folgenden Text entnommen.
Viele Dörfer und auch die Städte Kassel, Nürnberg, Emden und Volkhausen decken ihren Energiebedarf zu 100 Prozent mit Ökostrom.
Das ist gut für diese Dörfer und die ganze Erde.
Beispiel 1:
Das südostsächsische Dorf Ostritz ist seit über zehn Jahren schon energieautark. Das Dorf versorgt sich zu 100 Prozent mit Windkraft, Wasserkraft und Biomasse.
Beispiel 2:
Das Dorf Freiamt mit seinen 4300 Einwohnern gehört ebenfalls zu den Pionieren, die sich zu 100 Prozent mit Erneuerbarer Energie versorgen. Auf den Schwarzwaldhügeln der Gemeinde sind nicht nur vier Windräder aufgestellt, sondern auch über 100 Solarstromanlagen installiert. Über drei kleine Wasserkraftanlagen wird ebenfalls Ökostrom ohne Klimabelastung gewonnen.
So sind sie unabhängig von Gas, Öl und Atomkraft geworden. „Wir sind jetzt energieautonom“, kann man im Dorf hören. Und das geht überall in Deutschland.
Im Dorf kennt man kein schlechtes Wetter: Wenn die Sonne scheint, verdienen Solaranlagen Geld. Bei Regen freuen sich die Wasserkraft-Erzeuger und bei kräftigen Winden aus Südwest drehen sich die Windkrafträder.
Und die Biogasanlage ist total wetterunabhängig. Biogas kennt kein Wetter und keine Jahreszeit, hat kein Speicherproblem und steht permanent zur Verfügung, wenn Wärme und/oder Strom gebraucht wird.
Beinahe 14 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen alle Erneuerbare-Energie-Anlagen von Freiamt.
Beispiel 3:
Die niedersächsische Gemeinde Jühnde wurde zum Bioenergiedorf, weil es seine Energieversorgung zu 100 Prozent aus nachwachsenden, heimischen Rohstoffen deckt. Damit zeigt auch Jühnde, dass eine intelligente Sonnenstrategie zur Energieautonomie führen kann. Es wird sogar dreimal so viel Strom produziert wie die 770 Einwohner verbrauchen. Diese zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung wurde mit aktiver Beteiligung der BürgerInnen aufgebaut. Sie soll beispielhaft für andere Dörfer sein.
Die Energieversorgung in Jühnde wird jetzt mit einer Biogasanlage mit 700 kW und einem Holzhackschnitzelheizwerk mit 550 kW gesichert, die Verteilung der Wärme erfolgt über ein Nahwärmenetz mit einer Gesamtlänge von 5500 Metern. Die Anlagen werden ausschließlich mit lokalen Rohstoffen betrieben: Biogas wird aus der Gülle von 500 Kühen und 1400 Schweinen, Gras, Grünschnitt und anderen Pflanzen produziert und befeuert ein Blockheizkraftwerk, das jährlich vier Millionen KWh Strom produziert.
Auf die Frage an die Bauern: „Warum macht ihr dabei mit ?“, antworteten diese: „Wir nutzen heimische Rohstoffe und stärken damit unsere Region. Die Arbeitsplätze entstehen hier im Ort bei uns. Das Kapital bleibt hier.“
Die Unabhängigkeit von importierter Energie bringt dreifache Gewinne:
- Ökologische Gewinne: Weite Transporte entfallen. Im Biodorf Jühnde werden jetzt pro Jahr 3300 Tonnen Treibhausgase eingespart.
- Ökonomische Gewinne: Energie aus heimischen nachwachsenden Rohstoffen ist preiswerter als Öl oder Gas.
- Soziale Gewinne: Arbeitsplätze werden erhalten und neue im Dorf geschaffen.
Und die Kosten:
2500 Euro zahlte jeder Haushalt an die Biodorf-Genossenschaft. Doch dafür kostet die Bioheizung etwa 400 bis 500 Euro pro Jahr weniger als eine normale Gasheizung. Damit rechnet sich Energie-Autonomie schon nach wenigen Jahren.
70 Prozent der 770 Menschen in Jühnde sind Mitglieder der Genossenschaft.
Die EnergiebürgerInnen von Jühnde zeigen, was heute schon möglich ist. Ihr Modell kann überall umgesetzt werden.
Von China bis USA kommen jedes Jahr bis zu 8000 Kommunalpolitiker ins Niedersachsendorf, um Jühnde künftig zu kopieren.
Allerdings herrschen in allen Regionen andere Bedingungen. Großstädte werden künftig viel Erdwärme nutzen. In Süddeutschland kann mehr Wasserkraft und in Norddeutschland mehr Windenergie produziert werden. Bioenergie und Sonnenkraft stehen in allen Regionen der Republik zur Verfügung, Bioenergie freilich mehr in ländlichen als in städtischen Regionen.
