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Stadtgrüne stehen kritisch zur Dieselbusbeschaffung
Der Vorstand der Grünen Stadtpartei hat sich nach eingehender Diskussion zwar einstimmig, aber mit wenig Begeisterung für die Modernisierung der Autobusflotte mit neuen Dieselbussen ausgesprochen. Sie folgen damit dem ebenfalls einstimmig gefällten Parlamentsbeschluss vor den Sommerferien.
Zu Diskussionen Anlass gegeben hat insbesondere die im Auftrag der Stadt verfasste Studie zu den ökologischen, betrieblichen und finanziellen Vor- und Nachteilen von Gasbzw. Dieselbussen. Die Studie kommt zu völlig anderen Schlussfolgerungen als jene aus der Stadt Bern, die in der letzten Woche publiziert wurde. Folgerichtig werden Bern bis im Jahr 2010 alle Dieselbusse mit 70 Biogasbussen ersetzen.
Die Grünen bezweifeln die Unvoreingenommenheit der Autoren der St. Galler Studie und vermuten, dass ihr Ziel von Anfang an die Bestätigung einer bereits vorgefassten Meinung seitens des Stadtrats und der St. Galler Verkehrsbetriebe war. So vertrat der Stadtrat schon im März 2003 in einer Gemeinderatssitzung die Ansicht, dass die Dieseltechnologie mit Filter «nicht so eklatant schlechter» sei als bei Erdgas-Bussen. Und im Juni 2002 hat der Stadtrat im Rahmen der Beantwortung einer Interpellation aus der Fraktion der Grünen zu Protokoll gegeben, dass bei einer allfälligen Beschaffung von Gasbussen auch der Kostenrahmen stimmen müsse.
Der Schutz der Umwelt und die Schonung unserer Ressourcen sind aber nicht zum Null-Tarif zu haben. Die Grünen verurteilen dieses ökologische Schwarzfahren und fordern, dass die in der St. Galler Studie und in den Abstimmungsunterlagen gemachten Aussagen nun auch in der Praxis einzuhalten sind. Dieselbusse hätten keine wesentlichen Nachteile mehr gegenüber Gasbussen, ja sie seien sogar ebenso umweltfreundlich, heisst es da. Die Grünen fordern darum den Stadtrat auf, bei der Beschaffung ausschliesslich Dieselbusse mit einem Euro-Norm 5 Gesamtsystem (inkl. Partikelfilter) zu evaluieren und – falls notwendig – einen entsprechenden Nachtragskredit zu beantragen. Solche Motoren dürften bis Mitte des kommenden Jahres auf dem Markt erhältlich sein. Es gilt darauf zu achten, dass der Motorenhersteller die volle Gewährleistung für das Gesamtsystem übernimmt. Wenn irgend möglich sollte der Motor auch für den Betrieb mit Biodiesel zertifiziert sein, damit unter hoffentlich günstigeren Vorzeichen in ein paar Jahren dieser ökologisch bessere Treibstoff nicht von vorneherein ausgeschlossen bleibt. Auf jeden Fall inakzeptabel wären «getunte» Euro-3 Motoren, die technisch zwar die Euro-4 Norm einhalten, aber nicht an die Möglichkeiten echter Euro-4 oder gar Euro-5 Motoren herankommen.
Für die Zukunft gilt es, alles in die Wege zu leiten, damit bei der übernächsten Busbeschaffung in etwa 15 Jahren mit Biogas betriebene Autobusse eine Selbstverständlichkeit sind. Grundlage dafür ist ein Gesamtkonzept mit Biodiesel bzw. Biogas. Die Grünen werden in diese Richtung im Stadtparlament entsprechende Vorstösse einreichen.
Weitere Informationen zur Berner Vergleichsstudie Gas oder Diesel.
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